Wetter aktuell
Hochdruck und Tiefdruck im Clinch
Große Temperaturgegensätze zwischen dem Nordosten und Südwesten
Deutschlands sind derzeit an der Tagesordnung. Aufkommende
Niederschläge von Westen bringen nun erneut ein erhöhtes Glätterisiko
mit sich.
DANIEL, der Ewige. Diesen Beinamen hätte sich das dominierende
Hochdruckgebiet durchaus verdient, denn es prägt die Wetterlage nun
schon seit längerer Zeit. An diesem nahezu stationären
Hochdruckgebiet über Skandinavien beißt sich ein atlantisches
Tiefdruckgebiet nach dem anderen die Zähne aus. Deutschland kriegt
dabei im Westen die Reste der Tiefausläufer ab, der Nordosten spürt
davon jedoch kaum etwas.
Das Wetter zeigt sich daher von zwei sehr unterschiedlichen Seiten.
DANIEL hat an seiner Südflanke nun schon seit geraumer Zeit kalte
Kontinentalluft aus Osten herangeführt, sodass der Nordosten
Deutschlands im Dauerfrost liegt. Gefühlt ist es noch kälter. Dafür
sorgt der Wind, denn durch eine Druckgradientverschärfung zwischen
den Druckgebilden wird es an der Küste und in Bergregionen stürmisch.
Die gefühlte Temperatur sinkt dadurch unter die tatsächlich
gemessene. Der sogenannte Wind-Chill-Effekt beschreibt diesen
Zusammenhang. Ein Beispiel: Bei einer Lufttemperatur von -7 °C und
einer Windgeschwindigkeit von 65 km/h liegt die
"Wind-Chill-Temperatur" bei etwa -19 °C! Einen Onlinerechner zum
Ausprobieren finden Sie unter dem unten angegebenen Link (Anm.: nur
auf der DWD-Homepage sichtbar).
Über den Westen und Südwesten des Landes ziehen Niederschläge. Die
lassen sich durch das Tief ROMINA erklären, das milde und feuchte
Luft aus Südwesten heranführt. Im Westen liegt die Schneefallgrenze
über 1000 m sodass mit Sicherheit Regen fällt. In Hessen sinkt sie
jedoch soweit, dass es zu Schneefällen kommt. Dabei schneit es
zeitweise auch kräftig und im Nachmittagsverlauf kommen teilweise
über 10 Zentimeter Neuschnee zusammen.
In der kommenden Nacht ziehen die Niederschläge weiter
nord-/nordostwärts und dann wird es kompliziert. Denn je weiter sie
nach Norden kommen, desto höher wird der Schneeanteil sein. In einem
Übergangsbereich, wo sich der Wechsel von feuchter zu fester Phase
vollzieht, besteht die Gefahr vor gefrierendem Regen. Die Modelle
berechnen die Lage und Ausdehnung recht unterschiedlich. Trotzdem
wird es zu glatten Straßen kommen und wenn sich eine größere
Verbreitung andeutet sind auch Unwetterwarnungen nicht
ausgeschlossen. Das am wahrscheinlichsten betroffene Gebiet erstreckt
sich etwa von Ostfriesland und dem Emsland in einem Streifen entlang
der Grenze zwischen NRW und Niedersachsen eventuell bis in die Mitte
Deutschlands. Die aktuellen Warnungen finden Sie natürlich wie
gewohnt in der Warnwetter-App oder auf der Homepage des DWD.
Und was machen derweil die Temperaturen? Naja, das was sie schon die
ganze Zeit machen. Im Nordosten ist es kalt, örtlich sinken die
Temperaturen auf zweistellige Minuswerte. Entlang des Rheins bleibt
es stellenweise frostfrei.
Morgen ziehen die Schneefälle im Norden bei bedecktem Himmel ab. In
den anderen Landesteilen zeigt sich die Sonne insgesamt öfter. Die
Temperaturgegensätze bleiben weiterhin erhalten. In der Nacht zum
Donnerstag wird es nochmal spannend. Im Osten und Norden Deutschlands
kommen Niederschläge auf. Das deutsche ICON-D2-Modell lässt diese im
Verlauf weitestgehend in Schnee übergehen. Es zeichnet sich aber vor
allem in Sachsen und dem südlichen Brandenburg ab, dass es dort auch
verbreitet zu Glatteis kommen kann und dies dann eventuell
Unwetterwarnungen erfordern. Bei aller Faszination für Schnee und Eis
ist eine angemessene Vorsicht im Straßenverkehr angebracht. Gespannt
abwarten, was auf uns zukommen wird, darf man selbstverständlich
trotzdem.
M.Sc. Fabian Chow
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 03.02.2026
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