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Wetterspruch des Tages
Hält Sankt Andrä den Schnee zurück, so schenkt er reiches Saatenglück.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 30.11.2025

Wetter aktuell

Milder Winterstart


Ein atlantischer Tiefdruckkomplex lenkt mildere Luft nach
Deutschland. Winterliche Kälte bleibt vorerst die Ausnahme und
beschränkt sich auf frostige Nächte.


Am heutigen Sonntag verabschieden wir uns vom Herbst; am Montag
beginnt aus meteorologischer Sicht der Winter. Von einem klassischen
Winterstart kann jedoch keine Rede sein. Denn Deutschland befindet
sich in den kommenden Tagen an der Vorderseite eines Tiefdruckgebiets
über dem Nordatlantik. Mit einer südlichen Strömung gelangt dadurch
vielmehr mildere Luft ins Land. Der Dezember startet nun herbstlich
statt winterlich.


Im Tagesverlauf überquert die Kaltfront des Tiefs ZENOBIO, das von
der Nordsee nach Südschweden zieht, weite Teile Deutschlands. Sie
bringt dichte Wolkenfelder und zeitweiligen Regen, der am Abend die
östlichen Landesteile erreicht. Zuvor herrscht dort häufig
neblig-trübes Wetter bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, sodass
örtlich auch gefrierender Regen nicht ausgeschlossen ist. Am Abend
lockert die Bewölkung von Nordwesten her wieder etwas auf. An der
Nordseeküste, besonders in Nordfriesland, frischt der Wind teils
stürmisch auf, im übrigen Land bleibt er hingegen weitgehend schwach.



In der Nacht zum Montag und Montagfrüh muss man im Südwesten und in
der Mitte aufpassen. Denn hinter der abziehenden Kaltfront kann die
Bewölkung aufreißen, was regional zu leichtem Frost führt. Sind die
Fahrbahnen noch nass oder feucht, besteht Glättegefahr. In Teilen der
Südhälfte bildet sich zudem erneut dichter Nebel; die Sichtweiten
dürften örtlich unter 150 Meter sinken.


Zum Wochenbeginn gelangen wir schließlich auf die Vorderseite eines
umfangreichen atlantischen Tiefdruckkomplexes und bleiben dort
voraussichtlich für einige Zeit. Damit setzt sich die Zufuhr milder
Luftmassen fort. Winterliche Elemente beschränken sich vorerst auf
frostige Nächte, zumindest abseits des Westens und Nordwestens.
Während diese Regionen immer wieder von Ausläufern atlantischer Tiefs
gestreift werden, steht der Großteil Deutschlands unter dem Einfluss
eines osteuropäischen Hochdruckgebiets.


Im Westen und Nordwesten präsentiert sich das Wetter daher in der
neuen Woche leicht wechselhaft, mit anfangs stürmischen Bedingungen
an der Nordsee. Die Temperaturen steigen dort auf sehr milde Werte
bis zu 10 Grad. In den übrigen Regionen dominiert ein Mix aus Sonne
und zähem Hochnebel, begleitet von Nachtfrösten und meist trockenem
Wetter. Nur örtlich fällt etwas Sprühregen. Wie es ab Ende der Woche
weitergeht und welches Wetter den Nikolaus erwartet, bleibt vorerst
offen.

Dipl.-Met. Marco Manitta

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 30.11.2025

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