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Wetterspruch des Tages
Ein nasser Mai schafft Milch herbei.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 17.05.2026

Wetter aktuell


Blick nach vorne - Sommerwetter?


Der Mai hat in Sachen Wärme bisher noch nicht auf sich aufmerksam
gemacht. Im Laufe der kommenden Woche könnte sich dies jedoch ändern.
Hochdruckeinfluss dürfte vor allem im Südwesten für mehr Sonnenschein
und steigende Temperaturen sorgen. Doch die Unsicherheiten sind noch
groß.



Für all diejenigen, die auf Wärme und freundliches Wetter hoffen,
gibt es Licht am Ende des Tunnels. Nach einer "durchwachsenen" ersten
Wochenhälfte macht sich vom Südwesten Europas hoher Luftdruck auf den
Weg zu uns. Doch noch sind die Unsicherheiten für das Wetter zu
Pfingsten groß.

Zuvor heißt es aber auf jeden Fall nochmal Regenjacke und Regenschirm
bereithalten. Am Montag wird es vor allem im Westen und in der Mitte
Deutschlands gebietsweise nass. Die Sonne zeigt sich dort meist nur
kurz und es gibt einige Schauer und örtlich auch Gewitter, lokal kann
es vorübergehend kräftig regnen. Im Osten sorgt Hoch YGGLEV dagegen
für freundliches Wetter.

Von Dienstag bis Donnerstag kommt es dann verbreitet zu Schauern und
lokalen Gewittern. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 16 und 22
Grad. Ein Fingerzeig auf die weitere Entwicklung gibt es am
Donnerstag im Südwesten des Landes. Dort setzt sich immer mehr die
Sonne durch und Schauer sind seltener. Zugleich geht es mit den
Temperaturen besonders entlang des Oberrheins nach oben. Örtlich
kommt man dort wahrscheinlich in die Nähe des Schwellwerts für einen
Sommertag von 25 Grad. Letztmalig wurden am 10. dieses Monats
mindestens 25 Grad irgendwo in Deutschland erreicht.

Der Auslöser für die Änderung der Großwetterlage liegt weit entfernt
von Mitteleuropa. Statt eines Hochs über den Azoren liegt ein Tief
nördlich der Inselgruppe. Über dem Atlantik stößt so zur Wochenmitte
Kaltluft weit nach Süden vor. Als Ausgleichsbewegung strömt weiter
östlich warme Luft nach Norden. Diese Warmluft stützt sowohl am Boden
als auch in höheren Luftschichten ein Hoch über Frankreich. Die
Kombination aus einem Hoch sowohl in der Höhe als auch am Boden führt
dazu, dass dieses Hoch keine Eintagsfliege ist - was vom sogenannten
Zwischenhoch unterscheidet. Für uns in Deutschland wird entscheidend
sein, wie weit nach Osten das Hoch an Einfluss gewinnt und ob an der
Nordostflanke ein Tief in der Höhe nach Süden rutschen kann und uns
so "in die Suppe spuckt".

Je nachdem wo, das Hoch mit seinem Schwerpunkt zu liegen kommt, liegt
Deutschland auf der "kalten" Ostflanke des Hochs oder nahe seinem
Zentrum. Ostflanke heißt, die Strömung kommt mehrheitlich aus
nördlichen Richtungen. Zentrumsnah bedeutet, dass sich die Luft durch
die kräftige Einstrahlung bis auf sommerliche Werte erwärmen kann. Je
weiter westlich bzw. südwestlich in Deutschland gelegen, desto höher
sind die Chancen auf Wärme. Besonders für den Osten und Nordosten
lässt sich noch keine Aussage treffen.

Fazit: Für das Wetter am langen Pfingstwochenende sind damit noch
viele Lose im Topf. Im Lostopf für den Westen und Südwesten
Deutschlands sind dabei allerdings deutlich mehr Sonnenlose als im
Lostopf für den Osten und Nordosten des Landes. Mehr Klarheit bringen
die nächsten Tage. Bildlich gesprochen sorgen neue Modellsimulationen
für weniger Lose in den Töpfen bis am Ende nur noch eines übrig
bleibt.


M.Sc.-Met. Thore Hansen

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.05.2026

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