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Wetterspruch des Tages
Im Juli muss vor Hitze braten, was im September soll geraten.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 17.07.2024

Wetter aktuell

Hoch FREDERIK - der Sommer dreht auf


Das heutige Thema des Tages wirft einen Blick auf das Hoch namens
FREDERIK, welches in den kommenden Tagen für Hochsommer par
excellence sorgt.


Es hat lange gedauert. Wirklich in Fahrt wollte der Sommer in diesem
Jahr nicht kommen. Aber jetzt macht sich Hoch FREDERIK auf den Weg zu
uns und hat Hochsommer vom Feinsten im Gepäck.


Am heutigen Mittwochabend ist der Schwerpunkt von Hoch FREDERIK dabei
über dem Norden Frankreichs sowie von Benelux auszumachen. Allerdings
wartet FREDERIK auch mit einer teils diffusen Druckverteilung auf, so
dass seine Verlagerungsrichtung nur grob angegeben werden kann.
Insgesamt soll der Weg nach Polen führen, wobei je nach Modell am
Freitagabend auch ein kleinräumiges Hoch über Dänemark als Residuum
zurückbleibt.

In Abbildung 1 ist die DWD-Frontenvorhersagekarte für den morgigen
Donnerstag um 12 UTC (14 Uhr MESZ) zu sehen, wobei FREDERIK zu diesem
Zeitpunkt genau über uns liegen soll. (und die beiden schwarzen "H"s
deuten an, dass unser DWD-Modell ICON für diesen Zeitpunkt mindestens
zwei Schwerpunkte des Hochs errechnet hat). Wer in der Karte genau
hinschaut, erkennt innerhalb des Hochs und damit über Deutschland
durchaus auch ein paar Wolken, die als gräuliche Flächen dargestellt
sind. Dabei muss man sich aber keine allzu großen Sorgen machen, dass
die Sonne sich längere Zeit nicht blicken lässt. Die hellgrauen Töne,
die in der Legende mit "FEW", also "wenig" bezeichnet werden, stehen
für sonniges oder heiteres Wetter. Dem gegenüber bedeutet "SCT"
scattered und dient als Begriff für zumeist leichte Bewölkung. Und
damit sind die Bewölkungsverhältnisse über Deutschland schon
erschöpfend beschrieben, denn (stark) bewölkt ("BKN" für broken) oder
gar bedeckt (OVC für overcast) wird es nicht werden.

Unabhängig davon, welche Begrifflichkeiten zur Beschreibung der
Wolken gewählt werden, gilt es aber auf jeden Fall für adäquaten
Sonnenschutz zu sorgen. Denn die UV-Belastung ist nicht nur am
morgigen Donnerstag, sondern auch bis ins kommende Wochenende hinein
hoch.

Stichwort "hoch": Die Temperaturen werden von FREDERIK mal so richtig
nach oben getrieben. Während es am morgigen Donnerstag nur lokal im
Süden für 30 Grad reicht und ansonsten 24 bis 29 Grad angepeilt
werden, sind es am Freitag schon sehr verbreitet 30 Grad, am Samstag
arbeitet sich die 30-Grad-Isotherme dann sogar bis an Nord- und
Ostsee vor (Abbildung 2). Damit kann man auch nicht mehr - zumindest
nicht mehr allgemeingültig - sagen, dass es an den Küsten kühler ist,
was für den Donnerstag und Freitag noch eine durchaus zutreffende
Beschreibung darstellt. Und spätestens dann muss auch wieder darauf
geachtet werden, dass der Flüssigkeitshaushalt nicht aus dem
Gleichgewicht gerät. Was nichts anderes heißt, als dass ausreichend
getrunken werden muss.

Bleibt noch die Frage nach den Niederschlägen, die der Entertainer
Helge Schneider wahrscheinlich mit den Worten "Sommer, Sonne, Kaktus"
zusammenfassen würde. Oder, um es mehr botanisch auszudrücken:
Trockenheitsliebende Pflanzen wie Kakteengewächse fühlen sich bis zum
kommenden Wochenende bei uns in Deutschland pudelwohl.

Aber eben nur bis zum Wochenende. Denn schon am Samstagnachmittag
ziehen in den Westen vermehrt Wolken, am Abend beginnt es westlich
des Rheins zu regnen. Bis zum Sonntagabend soll der Regen dann den
Osten erreichen - aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen,
denn diesbezüglich sind sich die Modelle noch nicht einig.

Dipl.-Met. Martin Jonas

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.07.2024

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