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Wetterspruch des Tages
Viel Nebel im Oktober, viel Schnee im Winter.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 19.10.2019

Kommende Woche Goldener Oktober oder doch verfrühtes trübes
Novemberwetter


Kommende Woche sorgt Hoch "Majla" für Wetterberuhigung! Doch nimmt
nun der "Goldene Oktober" mit viel Sonnenschein nochmals Fahrt auf?
Oder kann trübes Novemberwetter seine ersten Fühler austrecken?

Derzeit wird das Wetter in Deutschland von einer Tiefdruckzone
bestimmt, die sich von Nordwestafrika bis nach Skandinavien erstreckt
und dessen Zentren mit Tief "Thilo" im Bereich der Britischen Inseln
bzw. der Nordsee und Tief "Urban" über der Iberischen Halbinsel
liegen. Bis einschließlich Montag sollen "Thilo" und "Urban", wie
schon in den vergangenen Tagen beschrieben, über das Wetter in weiten
Teilen Deutschlands herrschen und mit Ausnahme von den föhnigen
Regionen südlich der Donau für einen unbeständigen Wettercharakter
sorgen.

Da bis Montag zunächst "Thilo" und im Verlauf auch Tief "Urban" bei
der ostwärtigen Verlagerung zunehmend von Auflösungserscheinungen
begleitet werden, zeigt sich die Tiefdruckzone, die zu Wochenbeginn
etwa vom westlichen Mittelmeer bis nach Skandinavien bzw.
Nordwestrussland reicht, sehr brüchig. Als Folge kann das Azorenhoch
"Majla" auf dem Atlantik Kontakt zu dem Hoch über Osteuropa aufnehmen
und eine ausgeprägte Hochdruckbrücke bilden. Zusammen drängen sie die
Tiefs auf eine nördliche oder eine südlichere Bahn ab. Demnach
treiben Tiefdruckgebiete von Neufundland bis nach Skandinavien sowie
auch über der Iberischen Halbinsel und dem westlichen Mittelmeerraum
ihr Unwesen. Besonders im Bereich des westlichen Mittelmeerraumes
soll es hoch hergehen. Ein hochreichendes Tief wirbelt dort umher,
hebt die feuchtwarme Luft und presst diese zudem gegen die Iberische
Halbinsel, die Balearen sowie die südfranzösische Küste.
Gewittercluster bringen dabei heftigen Starkregen mit Mengen teils
über 300 l/qm/48h. Orographisch bedingt sind aufsummiert auch über
500 l/qm nicht ausgeschlossen.

Mitteleuropa und somit auch Deutschland würden demnach aber von
Hochdruckwetter geprägt. Normalerweise ein Grund zur Freude, da hoher
Luftdruck meist mit Sonnenschein in Verbindung steht. Doch die
Situation in der kommenden Woche bringt uns in ein Dilemma!
Einerseits sorgt Hochdruckeinfluss für absinkende Luftbewegungen und
Wolkenauflösung. Somit sollte die Sonne zunächst häufiger zum Zuge
kommen. Am Mittwoch könnte es demnach vor allem in der Mitte und im
Süden ein sonniger und bei Temperaturen von 15 bis 22 Grad auch
milder bis sehr milder Tag werden. Die zuvor eingeflossene sehr
feuchte Luft, schwache Winde und eine mit Fortschreiten des Jahres
zunehmend schwächelnde Sonne stehen dem "Goldenen Oktober" entgegen.
Bei längerem Aufklaren in den Nächten kann sich nämlich dichter Nebel
bilden, der sich tagsüber teilweise zäh hält. Zunächst sind die
typischen Gebiete rund um die Flusstäler oder Senken betroffen. Doch
bei anhaltendem hohem Luftdruck kann sich die Nebelsuppe wohl
allmählich ausbreiten und wird tagsüber allenfalls etwas angehoben
(Hochnebel). Zudem kann sich regional durch die im Hoch absinkende
Luft eine Inversion ausbilden (vgl. Wetterlexikon, siehe Link), die
ebenfalls mit einer Hochnebeldecke einhergeht.

Nebel und Hochnebel werden also nach derzeitigem Stand im Verlauf der
kommenden Woche Trumpf und bedeckten die "zarten Sprösslinge des
Goldenen Oktobers" rasch mit einem "grauen Schleier".

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 19.10.2019

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