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Wetterspruch des Tages
Gibt’s im Januar Wind von Osten, tut die Erde langsam frosten.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 18.01.2026

Wetter aktuell

Eine abwechslungsreiche Fahrt durch Deutschland



Hochdruckeinfluss kann im Winter für sehr unterschiedliches Wetter
sorgen. Dies zeigt sich auch am heutigen Sonntag über Deutschland mit
einigen Wetterkontrasten.



Das Wetter in ganz Deutschland wird von Hoch CHRISTIAN über Osteuropa
bestimmt. Wir befinden uns also am Westrand dieses kräftigen Hochs in
einer östlichen bis südöstlichen Strömung. Dieser Hochdruckeinfluss
hat für unterschiedliche Regionen in Deutschland am heutigen Sonntag
(und auch in den kommenden Tagen) ganz verschiedenes Wetter zur
Folge. Begeben wir uns im heutigen Thema des Tages auf eine Reise zu
unterschiedlichen Orten in unserem Land und schauen uns das dortige
Wetter an.

Beginnen wir unsere Reise in der Bundeshauptstadt Berlin. Ein
Hochnebelband sorgte zwar noch für einen grauen Start in den Morgen.
Doch mittlerweile hat sich die dichte Wolkendecke nach Norden
verabschiedet und es scheint - wie auch in den meisten Regionen des
Ostens -die Sonne. Bei Nachmittagstemperaturen um 4 Grad ist eine
Jacke jedoch vonnöten. Lagen vor einer Woche noch zwischen 5 und gut
10 cm Schnee, so sind heute höchstens noch in ein paar schattigen
Ecken letzte Schneereste zu finden.

Fahren wir nun südwärts nach Dresden und in die Region rund ums
Erzgebirge. Auch in der sächsischen Hauptstadt scheint die Sonne bei
ähnlichen Temperaturen wie in Berlin. Diese fühlen sich bei einem
Spaziergang entlang des Elbufers aber deutlich frischer an. Der Grund
ist der sogenannte Böhmische Wind der durch das Elbtal pfeift und
immer mehr an Stärke gewinnt. Nicht nur im Elbtal ist der lästige
Böhmische Wind zu spüren. Im gesamten Erzgebirgsraum und bis hinein
ins Vorland, also auch in Chemnitz, nimmt der Wind heute immer weiter
zu. Auf dem Erzgebirgskamm bläst der Wind mit (schweren) Sturmböen,
aber auch in freien Lagen des Vorlands und in Nordwest-Südost
ausgerichteten Tälern wie das Elbtal oder das Tal der Freiberger
Mulde kann der Wind zeitweise sogar stürmisch auffrischen.

Weiter geht es südwärts nach Niederbayern. Auch dort hat sich
mittlerweile fast überall die Sonne durchgesetzt. Anders als bei den
vorherigen Orten konnte sich dort in den vergangenen Tagen die
Milderung nie so richtig durchsetzen. Bei Höchstwerten um 0 Grad
liegen dort selbst in den Niederungen noch ein paar Zentimeter Schnee
(z.B. 6 cm in Fürstenzell). Sonnenschein und Schnee bieten also beste
Voraussetzungen für einen sonntäglichen Verdauungsspaziergang in
Winterkulisse.

Eine traumhafte Winterkulisse bieten auch die Bayerischen Alpen.
Azurblauer Himmel, traumhafte Fernsicht und weiß verschneite
Berghänge und Pisten lassen die Herzen jedes Wintersportlers
höherschlagen. Bei einem Getränk auf einer der zahlreichen Hütten
kann man das herrliche Wetter bei teils über 5 Grad (plus!) auf rund
1500 m genießen. Blickt man hinunter ins Tal, schaut man auf ein
weißes Hochnebelmeer.

Bringen wir uns mit dem Lift (oder mit den Skiern) hinunter ins Tal,
so tauchen wir in den Nebel ein, bis wir weiter unten aus der
Nebeldecke wieder herauskommen. Nun finden wir ein ganz anders Bild
als oben auf dem Berg wieder. Tristes grau-in-grau erwartet uns am
Alpenrand und in Schwaben bis zur oberen Donau. Vom Bilderbuchwetter
bleibt keine Spur mehr übrig und anders als auf den Bergen ist es
unangenehm kalt bei Temperaturen um oder gar unter dem Gefrierpunkt.

Fahren wir anschließend den Rhein entlang nordwärts. Am tristen
Anblick ändert sich nichts. Der gesamte Oberrheingraben und auch das
Rhein-Main-Gebiet liegen unter einer grauen Hochnebeldecke. Mit rund
4 Grad ist es in Frankfurt allerdings nicht ganz so kalt wie unter
dem Hochnebel im Süden.

Weiter geht es entlang des Rheins nach Köln. Durch das Rheintal wird
der Hochnebel bis in die Karnevalshochburg geblasen, sodass es auch
dort grau ist. Knapp nördlich von Köln reißt die Wolkendecke aber
innerhalb weniger Kilometer auf. In der anderen Karnevalshochburg
Düsseldorf, im gesamten Ruhrgebiet sowie am Niederrhein herrscht
wieder strahlender Sonnenschein. Mit Temperaturen um 6 Grad ist dies
im Tiefland auch die mildeste Region.

Fahren wir weiter in den hohen Norden nach Sylt. Dort und entlang der
gesamten Nordseeküste präsentiert sich das Wetter wieder von seiner
trüben Seite. Kompakte Wolkenfelder versperren dort die Sicht auf
blauen Himmel und Sonnenschein. Unsere Reise endet an der Ostsee auf
Rügen. Diese Insel präsentiert sich heute deutlich freundlicher mit
viel Sonnenschein, jedoch bei eher kühlen 2 Grad.

In der kommenden Woche geht es mit diesen Wetterkontrasten zwar
weiter. Die positive Nachricht ist aber, dass Nebel und Hochnebel
immer mehr der Sonne weichen müssen. Der Oberrheingraben ist die
letzte Bastion, wo das Dauergrau noch die Stellung halten kann. Dort
hat die Sonne mit etwas Pech keine Chance, um gegen den Hochnabel
anzukommen. Den großen Rest des Landes kann die Sonne erobern und
scheint dort spätestens ab Dienstag von Sonnenauf- bis
Sonnenuntergang. Sollte sich in manchen Flusstälern doch mal ein
Nebelfeld bilden, wird dieses von der Sonne im Laufe des Vormittags
vertilgt. Auch dem Böhmischen Wind geht im wahrsten Sinne des Wortes
langsam die Puste aus. Zwar schläft er nie ganz ein, verliert aber ab
Dienstag allmählich an Stärke. Inwieweit in der zweiten Wochenhälfte
zaghafte Versuche altersschwacher Fronten aus Westen von Erfolg
gekrönt sind, um gegen das Dauerhoch anzukämpfen, bleibt abzuwarten.
Vielleicht bringen sie nur ein paar dichtere Wolkenfelder mit,
möglicherweise kann es im Westen aber auch mal ein paar Tropfen Regen
geben. Bis in die Osthälfte werden es die Fronten aber nicht
schaffen, sodass das Hoch dort weiterhin die Oberhand mit
Sonnenschein behält.


Dr. rer. nat. Markus Übel

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 18.01.2026

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