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Wetterspruch des Tages
Kommt der Frost im Januar nicht, zeigt im März er sein Gesicht.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 17.01.2020

Ein Hauch von Winter...

Am Wochenende setzt sich tatsächlich mal etwas kältere Luft in
Deutschland durch. Was der Winter mit uns noch vorhat, lesen Sie im
heutigen Thema des Tages.


Zweistellige Höchstwerte tagsüber und Nächte, die sich regional schon
fast wie kühle Sommernächte anfühlen. Vielerorts findet der Winter
derzeit nur im Kalender statt. Klar, vor allem im Südosten war es in
manchen Nächten auch verbreitet frostig und in einigen
Mittelgebirgshochlagen liegt sogar das von Winterfans so heiß
begehrte Weiß: Fichtelberg - 13 cm, Großer Arber - 48 cm, Feldberg
(Schwarzwald) - 51 cm. Auch die mittleren und höheren Lagen der Alpen
tragen ein weißes Kleid (Wendelstein 66 cm, Fellhorn 74 cm, Zugspitze
143 cm), während sich die tiefen Lagen am Alpenrand eher in weiße
Lumpen gehüllt präsentieren (z.B. Reit im Winkl - 5 cm).
Deutschlandweit betrachtet wird es unterhalb von 1000 m somit schon
sehr übersichtlich, was Meldungen von Schneehöhen über 0 cm angeht.

Doch offensichtlich hat der Winter jetzt tatsächlich mal einen Blick
auf den Kalender geworfen, wenngleich - so viel sei an dieser Stelle
bereits verraten - wohl nur mit einem halben Auge. Zum Wochenende
bringt nämlich Tief HEIKE, das sich knapp nördlich der Färöer-Inseln
befindet, mit seiner Kaltfront neben Niederschlägen auch deutlich
kältere Luft nach Deutschland. Das führt letztlich dazu, dass -
halten Sie sich fest - die Schneefallgrenze (interessanterweise kennt
die automatische Rechtschreibkorrektur dieses Wort noch) in der Nacht
zum Samstag sinkt und zwar auf rund 800 m, im Westen sogar auf etwa
600 m.

Das Spielchen setzt sich am Samstag fort: Oberhalb von 400 bis 600 m
geht der Regen in Schnee über. Allerdings werden die Niederschläge
dann hauptsächlich als Schauer fallen. Das bedeutet zum einen, dass
es nicht jeden trifft, zum anderen, dass je nach Intensität auch mal
bis in tiefe Lagen Flocken mit am Start sind. Denn bei kräftigen
Schauern wird zum einen mit dem Niederschlag auch kalte Luft aus der
Höhe mit nach unten "gerissen", wodurch das Schmelzen des Schnees
während des Fallens verzögert wird. Zum anderen wird der Luft durch
das Schmelzen des Schnees Energie entzogen, wodurch die Temperatur
innerhalb des Niederschlagsgebiets sinkt.

Nennenswerte Mengen dürften allerdings wohl nur an und in den Alpen
zusammenkommen. Dort werden rund 5 bis 10 cm, im Stau auch um 20 cm
Neuschnee (bis Sonntagfrüh) erwartet.

Die Schauerei hält auch in der Nacht zum sowie am Sonntag selbst noch
an, wenngleich etwas gedämpfter als noch am Samstag. Nachdem sich die
Schneefallgrenze über die Nacht hinweg bei rund 300 m aufhält,
pendelt sie sich am Sonntag zwischen 400 und 600 m ein. Vor allem an
den Alpen fällt staubedingt noch etwas Schnee, ansonsten muss sich
der Winterfan mit einzelnen Schauern zufriedengeben, die aber eben
zumeist nur noch im Bergland mit der festen Phase des Wassers dienen
können.

Am Montag ist es dann aber schon wieder vorbei in Sachen Schneefall.
Etwas Wochenendschnee mit in die neue Woche zu nehmen, wird wohl nur
den Hochlagen der Mittelgebirge, den Alpen und teilweise auch noch
dem südlichen Alpenvorland vorbehalten sein. Der Winter zeigt sich in
den Folgetagen dann am ehesten noch im sich einstellenden
Temperaturniveau: In der Mitte und im Süden tagsüber etwa 0 bis 6
Grad, nachts frostig. Und der Norden? Am Tag rund 5 bis 7 Grad,
nachts weitgehend frostfrei. Das ist dann statt Winterhauch wohl doch
eher Wintergeheuchel.


Dipl.-Met. Tobias Reinartz
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.01.2020

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