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Wetterspruch des Tages
Gibt’s im Juni Donnerwetter, wird gewiss das Getreide fetter.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 17.06.2019

Die Kraft der Sonne und ihre Folgen

Die Sonne erreicht tagsüber allmählich ihren höchsten Punkt am
Himmel und kann somit die Erde auf der Nordhalbkugel ordentlich
einheizen. Allerdings ist die einfallende, sehr starke UV-Strahlung
auch schädlich für den menschlichen Körper, sodass ein Sonnenschutz
Pflicht sein sollte.

Das Jahr nähert sich dem kalendarischen Sommeranfang, an dem die
Mittagssonne auf der Nordhalbkugel in ihrem höchsten Punkt am Himmel
steht (nördlicher Wendekreis). Auf der Nordhalbkugel strahlt die
Sonne auf dem nördlichen Wendekreis am 21. Juni demnach über der
Sahara, der arabischen Halbinsel und dem Arabischen Meer, sowie
Ländern wie Indien, dem Süden Chinas, Taiwan und Mexiko senkrecht zu
Boden.

Zwar steht die Sonne über Deutschland nicht im Zenit, erreicht aber
am Tag der Sommersonnenwende auch hierzulande ihren höchsten Punkt am
Himmel. Demnach haben die Sonnenstrahlen im Zeitraum um den
kalendarischen Sommeranfang herum auch in Mitteleuropa den kürzesten
Weg zum Boden und können somit mit der größten Intensität einfallen.
Bei entsprechenden Wetterbedingungen und luftchemischer
Zusammensetzung muss besonders von Mitte Juni bis Anfang Juli mit
erhöhter UV-Strahlung gerechnet werden.

Da das Wetter in Deutschland derzeit von Hoch "Tale" mit Zentrum im
Bereich der deutschen bzw. polnischen Ostseeküste bestimmt wird,
liegen weite Teile des Landes unter aus der Höhe absinkender Luft,
die schließlich dafür sorgt, dass sich die Wolken verbreitet auflösen
und die kräftige Sonne freie Bahn hat. Insbesondere in der Südhälfte
Süddeutschlands soll der UV-Index am heutigen Montag, am morgigen
Dienstag sowie am Mittwoch sehr hohe Werte zwischen 8 und 10 von
maximal 12 erreichen (vgl. Link Erklärungen UV-Index sowie Graphik).


Die UV-Strahlung ist eine elektromagnetische Strahlung, die an der
Erdoberfläche nur wenige Prozent der gesamten solaren Strahlung
ausmacht. Sie umfasst dabei den Wellenlängenbereich, der kürzer als
der des sichtbaren Lichtes ist. Da die einzelnen Elementarteilchen
der UV-Strahlung (Photonen) über eine sehr hohe Energie verfügen,
können sie teilweise tief in biologische Systeme eindringen,
Molekülverbindungen irreversibel zerstören und somit wesentlichen
Einfluss auf Lebewesen nehmen. Beispielsweise wird die UV-Strahlung
als Auslöser für verschiedene Hautkrebsarten angesehen.

Die Haut unterliegt als Grenz- und Kontaktorgan in besonderem Maße
dem Einfluss von Umweltfaktoren und somit auch der UV-Strahlung.
Zahlreiche Hautkrankheiten finden ihren Ursprung in dieser
Strahlungsart oder werden von ihr verstärkt. Am bekanntesten ist in
diesem Sinne wohl der Sonnenbrand, der einer Verbrennung ähnelt und
nach einer vom Hauttyp abhängigen Bestrahlungszeit mit einer scharf
begrenzten Rötung, Hitzegefühl, Juckreiz sowie gelegentlicher
Blasenbildung und Ödemen einhergeht.

Die UV-Strahlung hat also eine bedeutende Wirkung auf den
menschlichen Organismus. Wer seine Haut beim Sonnenbaden nicht
ausreichend schützt, schädigt diese nachhaltig. Die UV-A Strahlung
(lange Wellen) führt zu einer kurzfristigen Bräune, die jedoch kaum
Lichtschutz bringt. Dagegen verliert die Haut an Spannkraft und
altert bei langfristiger Bestrahlung frühzeitig. Auch das
Hautkrebsrisiko ist bei häufiger ungeschützter Einstrahlung deutlich
erhöht. Die UV-B Strahlung sorgt hingegen eher für eine langfristige
Bräune, die auch einen echten Lichtschutz mit sich bringt.
Gleichzeitig dringen diese Strahlen nicht so tief in die Haut ein und
schädigen sie daher nicht nachhaltig. Generell kann UV-Strahlung zu
einer Immunsubpression, also einer Verringerung der Körperabwehr z.B.
gegenüber Infektionskrankheiten führen.

Als positiver Effekt der UV-Strahlung kann die Unterstützung bei der
Vitamin D-Produktion in der Haut festgehalten werden. Dieses Vitamin
ist im Körper für den Calcium- und Phosphatstoffwechsel essentiell.
Allerdings wird die notwendige Vitamin-D Dosis in Deutschland im
Sommer bei wolkenlosen Bedingungen gegen Mittag bereits innerhalb von
etwa 15 Minuten durch die Sonnenexposition von Händen, Armen und
Gesicht erreicht. Dafür bräuchte man also nicht stundenlang in der
Sonne zu "braten".

In möglichen UV-Warnungen oder auch in den entsprechenden
UV-Gefahrenkarten des DWD wird besonders darauf hingewiesen, dass
Schutzmaßnahmen unbedingt erforderlich sind. Dabei sollte zwischen 11
und 15 Uhr ein längerer Aufenthalt im Freien grundsätzlich vermieden
werden. Auch im Schatten gehören ein sonnendichtes Hemd, lange Hosen,
Sonnencreme (SPF (Licht-Schutz-Faktor) 15+), Sonnenbrille und ein
breitkrempiger Hut zum sonnenschutzgerechten Verhalten (vgl. Link
UV-Schutztipps).

Dipl.-Met. Lars Kirchhübel
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 17.06.2019

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