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Wetterspruch des Tages
Anfang und Ende vom Januar zeigen das Wetter fürs ganze Jahr.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 23.01.2026

Wetter aktuell

Schweres Unwetter auf Sizilien - trotz großer Schäden keine
Todesopfer



Ein außergewöhnlich lang andauernder Sturm verursachte anfangs der
Woche an Siziliens Ostküste schwere Schäden. Dank frühzeitiger
Warnungen und konsequenter Schutzmaßnahmen gab es jedoch keine Opfer.




Heute werfen wir einen Blick nach Südeuropa: Von Montag bis Mittwoch
zu Beginn der Woche geriet Sizilien unter den Einfluss einer
kräftigen und außergewöhnlich langlebigen Sturmwetterlage. Ein
kräftiges Tiefdruckgebiet über dem zentralen Mittelmeer führte zu
anhaltendem Starkwind, intensiven Niederschlägen und außergewöhnlich
hohem Seegang. Besonders betroffen war die Ostküste der Insel, wo es
zu schweren Sturmfluten kam.

Trotz erheblicher Schäden an Infrastruktur und Gebäuden über weite
Küstenabschnitte hinweg wurden keine Todesopfer oder Verletzten
gemeldet. Dies unterstreicht die hohe Wirksamkeit frühzeitiger
Wetterwarnungen, behördlicher Maßnahmen und der guten Vorbereitung
der Bevölkerung.

Meteorologische Entwicklung

Bereits mehrere Tage vor Ereignisbeginn zeigten numerische
Wettermodelle die mögliche Entwicklung eines Tiefdruckgebiets mit
Ursprung im nordafrikanischen Raum. In den Prognosen zeichneten sich
ergiebige Niederschläge, sehr starke Winde sowie schwere Sturmfluten
entlang der exponierten Küsten Siziliens ab.

Ab Freitag verdichteten sich die Hinweise auf eine potenziell
lebensgefährliche Wetterlage. Der regionale Katastrophenschutz gab
frühzeitig Vorwarnungen an die Gemeinden der Ostküste heraus und wies
insbesondere auf die Gefahr außergewöhnlich hoher Wellen hin.

Warnungen und Schutzmaßnahmen

Am Sonntag bestätigten sich die Prognosen: Erwartet wurden
Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h sowie Wellenhöhen von teils
mehr als neun Metern. In der Folge wurde für Montag die höchste
Warnstufe ausgerufen. Es kam zu präventiven Evakuierungen in
besonders gefährdeten Küstenbereichen, zur Sperrung von Küstenstraßen
sowie zur Schließung von Schulen, öffentlichen Einrichtungen und
Geschäften. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, unnötige Wege zu
vermeiden. Diese Maßnahmen blieben bis Dienstag und teilweise bis
Mittwochvormittag in Kraft.

Höhepunkt der Sturmwetterlage

Während bereits am Montag und am Dienstag erste Schäden auftraten,
erreichte das Unwetter in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch seinen
Höhepunkt. Das Tiefdruckgebiet intensivierte sich über dem Bereich
zwischen Tunesien und der Straße von Sizilien. Der Wind erreichte
Sturm- bis Orkanstärke, der Seegang nahm weiter zu.

Entlang der Ostküste wurden wiederholt Wellenhöhen von sechs bis
sieben Metern beobachtet, einzelne Wellen erreichten lokal etwa zehn
Meter. Küstenstraßen, Promenaden und Hafenanlagen wurden stark
beschädigt, Gebäude überflutet oder teilweise zerstört. Auch
Verkehrsverbindungen, darunter die Bahnstrecke zwischen Messina und
Syrakus, war und ist bis auf weiteres unterbrochen.

Die durch das Unwetter verursachten Schäden werden auf rund 740
Millionen Euro geschätzt. Es wird Wochen, wenn nicht Monate dauern,
bis eine Rückkehr zur Normalität möglich ist. Eine Katastrophe dieses
Ausmaßes hat die Ostküste Siziliens seit mindestens 50 Jahren - wenn
nicht länger - nicht mehr getroffen.

Außergewöhnliche Messwerte

Messbojen lieferten außergewöhnliche Daten: Vor der Küste bei Catania
wurden maximale Wellenhöhen von neun bis zehn Metern registriert.
Eine Boje zwischen Sizilien und Malta zeichnete sogar eine maximale
Wellenhöhe von rund 16 Metern bei Wellenperioden von zehn bis zwölf
Sekunden auf - ein neuer Rekordwert für das Mittelmeer. Solche
Wellenhöhen sind in einem vergleichsweise geschlossenen Meer äußerst
selten. Sie entstanden durch lang anhaltende, starke Winde aus nahezu
konstanter Richtung über ein großes Seegebiet.

Bedeutung der Warnungen

Die Tatsache, dass bei diesem Extremereignis keine Menschen zu
Schaden kamen, ist vor allem auf die rechtzeitige Herausgabe von
Warnungen, klare behördliche Anordnungen und die hohe Akzeptanz
dieser Maßnahmen in der Bevölkerung zurückzuführen.

Das Ereignis verdeutlicht, wie wichtig es ist, Wetterwarnungen ernst
zu nehmen - insbesondere bei Warnstufen der höchsten Kategorie. Auch
wenn sich prognostizierte Extremwerte nicht überall vollständig
realisieren, dienen Warnungen stets dem Ziel, Risiken zu minimieren
und Menschenleben zu schützen.
Viele Betroffene in Sizilien, die ihr Hab und Gut verloren haben,
äußerten dennoch Dankbarkeit dafür, dass ihr Leben gerettet wurde.
Für Meteorologinnen und Meteorologen ist dies eine wichtige
Bestätigung ihrer Arbeit: Wissen und Erfahrung dienen letztlich dem
Schutz der Menschen.


Dipl.-Met. Marco Manitta

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 23.01.2026

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