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Wetterspruch des Tages
Bringt Genoveva (3. Januar) uns Sturm und Wind, so ist uns Waltraud oft gelind.

Das Wetterthema

herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst am 09.04.2020

Osterwetter daheim

Osterzeit war traditionell immer auch Reisezeit - daher blickten wir
in den vergangenen Jahren häufig über die Landesgrenzen hinaus und
brachten Ihnen an dieser Stelle das Wetter in den Urlaubsregionen
näher. Dieses Jahr fokussieren wir uns aufgrund der Umstände auf die
heimatliche Witterung.

Das Wetter während der Osterzeit weist im langjährigen Durchschnitt
eine besonders große Bandbreite auf. Diese reicht von spätwinterlich
kalt mit Schnee über windige Schauerlagen bis hin zu sonnig und warm.
Natürlich spielt dabei auch der Charakter eines beweglichen Festes
eine gewichtige Rolle, immerhin kann Ostern zwischen Ende März und
Ende April stattfinden. Außerdem ist der Frühling bekannt für sich
schnell verändernde Wetterlagen.

Dieses Jahr ist das Wetter zunächst geprägt durch ein Hochdruckgebiet
(MAX), das sich bis zum Karfreitag von der Nordsee nach
Norddeutschland ausweitet. Außerdem strömt mit einer Kaltfront, die
am heutigen Gründonnerstag den Norden überquert, etwas kühlere
Meeresluft in die norddeutsche Tiefebene. Damit ergeben sich bei den
erwarteten Höchstwerten bereits heute markante Unterschiede: im
Norden werden maximal 12 bis 19 Grad erwartet, an der See bleibt es
bei auflandigem Wind sogar noch etwas kühler. Die Sonne wird sich
zwar zeigen, ist aber durch einige Wolken gestört. Eine deutlich
wärmere Luftmasse befindet sich dagegen im Süden und Teilen der
Mitte, dort sind weiterhin Höchstwerte zwischen 20 und örtlich 25
Grad wahrscheinlich. In der Nacht zum Karfreitag setzen sich diese
Unterschiede fort, denn in der kühleren Luft im Norden muss
verbreitet mit Frost in Bodennähe gerechnet werden, selbst in einer
Höhe von 2 m sind stellenweise negative Werte möglich. Es heißt also
weiterhin auf empfindliche Pflanzen aufzupassen.

Am Karfreitag und am Karsamstag bleiben diese meteorologischen
Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden bestehen. Vor allem
die Verteilung der Höchstwerte ist dabei weiterhin bemerkenswert:
Während die Temperatur an der See den ganzen Tag über kaum über die
Marke von 10 Grad hinauskommt, stehen am Oberrhein örtlich 25 Grad in
Aussicht. Damit ergibt sich zwischen dem Nordosten und dem Südwesten
ein Temperaturunterschied von immerhin 15 Grad. Die Sonne scheint
dabei im Südwesten beinahe ungestört, im Norden muss sie sich den
Platz am Himmel mit ein paar Wolken teilen. Allerdings nimmt auch im
Bergland des Südwestens die Quellwolkenbildung im Verlauf des
Wochenendes deutlich zu, sodass am Karsamstag selbst einzelne Schauer
nicht gänzlich ausgeschlossen sind.

Am Ostersonntag setzt sich die wärmere Luftmasse aus dem Süden auch
in den nördlicheren Gefilden durch, dennoch bleibt es an der Küste
mit maximal 15 bis 20 Grad deutlich kühler als am oberen Rhein mit
knapp über 25 Grad. Dieser Unterschied ist auch darin begründet, dass
sich im Tagesverlauf eine neue Kaltfront dem Nordwesten nähert. Damit
wird sich die Sonne zunehmend hinter ein paar Wolkenfeldern
verstecken. In der Mitte und im Süden nimmt zwar die Bewölkung im
Tagesverlauf ebenfalls zu, allerdings sind dies vor allem
Quellwolken. Die dort nun einströmende etwas feuchtere Luft kann
durchaus für den einen oder anderen Schauer sorgen, eventuell ist
auch ein Gewitter dabei - prädestiniert dafür wäre das Bergland.

Der Ostermontag ist schließlich in weiten Teilen des Landes geprägt
durch die vorhin schon angedeutete Kaltfront. Diese erreicht am
Vormittag den Norden und zieht in den Mittagsstunden bis in die Mitte
des Landes, bevor im Laufe des Abends auch die Alpen erreicht werden.
Damit einhergehend wird die warme Mittelmeerluft verdrängt und
zunehmend durch frische Meeresluft ersetzt. Außerdem fällt mit
Durchzug der Kaltfront zeitlich begrenzt schauerartiger Regen und der
Wind frischt etwas auf. Gewitter können im Vorfeld ebenfalls dabei
sein. In der Nacht zum Dienstag wird im Bergland des Südens auch
Schnee wieder ein Thema, besonders in den mittleren und höheren Lagen
der Alpen kann es auch länger schneien. Aus aktueller Sicht bleibt
dies aber eine Eintagsfliege, denn an den Folgetagen wird es wärmer
und die Sonne kommt wieder vermehrt zum Vorschein.

Genießen Sie die Feiertage, auch wenn Ostern dieses Jahr auf dem
Balkon, der Terrasse oder im eigenen Garten stattfindet. Zumindest
das Wetter sollte zur dortigen Ostereiersuche am Sonntag nicht auf
die Stimmung schlagen.

Mag.rer.nat. Florian Bilgeri
Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 09.04.2020

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